Wendelsheim-DM_3,7cm

3. Januar 2009

Wo die Achate vorkommen

Vorkommen in Deutschland
Deutschland ist relativ reich an Achatvorkommen; bekannte Fundorte sind zum Beispiel das Gebiet rund um Idar-Oberstein, St. Egidien im Erzgebirge oder die bekannten Vorkommen bei Lierbach. An dieser Stelle die vielen einzelnen Fundstellen aufzuführen wäre unmöglich. Hier sei auf die zahlreiche Fachliteratur verwiesen (z.B. HAAKE: "Achatsammeln in Deutschland, Teil 1", erschienen 2000 im Bode Verlag, Haltern. Einige klassische Vorkommen sollen dennoch ausführlicher vorgestellt werden:

Das Achatvorkommen von St. Egidien im Erzgebirge

• Das Achatvorkommen vom Seebachsfelsen in Thüringen

 

Vorkommen in Europa
In Europa werden schöne Achate vor allem noch in Schottland gefunden (FALLICK u.a., 1995; MACPHERSON, 1989), aber auch in anderen Landesteilen Großbritanniens. Diese Vorkommen sind hauptsächlich an Vulkanite der Old Red Sandsteinformation (Devon) und des Tertiär  gebunden. Bekannt für schöne Achate ist das Gebiet des Midland Valley (Old Red Vulkanite) und die Inseln Rhum und Mull (Tertiärvukanite). Bekannt sind auch die bereits mehrfach erwähnten Vorkommen in Nordböhmen (Tschechien) im Cesky raj (Böhmisches Paradies). Sie sind an permische Basalte bzw. Latite geknüpft und gaben ursprünglich Anlaß zur Entstehung einer Schmucksteinindustrie ähnlich wie in Idar-Oberstein. Und noch heute kann man in Steinbrüchen z. B. bei Kyje - Doubravice in der Nähe von Jicin (Titschein) und bei Frydstejn oder auf den Feldern gar nicht selten Achate finden. Genannt werden soll beispielsweise die Umgebung der Ortschaften Kneznice, Libun, Cidlina und Levinska Olesnice.
Achatvorkommen sind auch aus zahlreichen Ländern Ost- und Südosteuropas bekannt, so aus der Slowakei in der Niederen Tatra und aus Ungarn. Zahlreiche Vorkommen gibt es auch in Rumänien (Techeren, Fata Baii), Bulgarien, Griechenland und Italien.
Im Kaczawa- (Katzbach-) Tal bei Rozana (Rosenau) in Slask (Schlesien) in Polen werden Achate in Paläorhyolithen ähnlicher geologischer Position wie im Thüringer Wald oder im Erzgebirgischen Becken gefunden. Aber auch in Paläobasalten (Melaphyren) kommen im Katzbachtal Achate vor. Beschrieben wurden die Vorkommen, die beim Bau der Bahnlinie im Katzbachtal besonders gut aufgeschossen worden sind, bereits von KÜHN & ZIMMERMANN im Jahre 1918. Die Achatmandeln erreichen hier in den Porpyhren gelegentlich bis über 0,4 m Durchmesser. Weitere Fundorte in Schlesien beschrieb RZYMELKA (1987).

Vorkommen außerhalb Europas
Die wohl bekanntesten und wirtschaftlich bedeutendsten Achatvorkommen liegen in Brasilien im Staat Rio Grande do Sul und in Uruguay. Diese Vorkommen sind an sogenannte Plateaubasalte gebunden, die sich am Ende der Trias auf dem damaligen Festland in gewaltigen Deckenergüssen über mehrere Tausend Quadratkilometer ausbreiteten. Angaben zu den Fundgebieten und -orten finden sich bei OBENAUER (1963) und PETSCH (1987).

Ähnliche Vorkommen, teilweise haben die entsprechenden Basalte allerdings eine andere Altersstellung, sind z.B. noch aus Sibirien (Timan-Halbinsel), Südafrika (Drakensbergbasalte), Ostafrika, der Arabischen Halbinsel, aus Indien, den USA (Oregon, Washington, Idaho u.a.), aus Grönland u.a. bekannt.

In den letzten Jahren kamen sehr schöne Achate aus Marokko und anderen afrikanischen Ländern, aus Mexiko sowie aus Australien auf Mineralienbörsen zum Angebot. Eine Zusammenstellung vieler außereuropäischer Fundregionen geben beispielsweise KIEWLENKO & SENKEWITSCH (1983), GODOVIKOV u.a. (1987) sowie KIEWLENKO u.a. (1987) für Sibirien und andere Gebiete der ehemaligen UdSSR sowie BLANKENBURG (1988). Für die USA findet man Fundortliteratur u.a. bei LEIPER (1966) und KLIMM (1975).           

 

Text von Reiner Haake.

 

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