Wendelsheim-DM_3,7cm

3. Januar 2009

Wie man Achate färben kann

von Reiner Haake

 

Zum Erhöhen der Attraktivität von Achaten, die zu Körper- oder Raumschmuck weiterverarbeitet werden sollen, werden diese oft künstlich gefärbt. Als Ausgangsmaterial kommt dabei hauptsächlich brasilianischer Achat in Frage, der sich durch eine wenig auffällige grau-weiße, gelegentlich etwas ins Bläuliche gehende Färbung auszeichnet. Wegen seiner geringen Rissigkeit und des massenhaften Vorkommens wird hauptsächlich dieser Achat in der Schmucksteinbranche bevorzugt.

Voraussetzung für die Färbbarkeit eines Achates ist das Vorhandensein hinreichend großer Poren, wie bereits LIESEGANG (1915) schrieb. Die Aufnahme der färbenden Lösungen erfolgt in Richtung senkrecht zu den Achatlagen im allgemeinen rascher als parallel zu ihnen. Das Eindringen der Lösungen in den Achat dauert aber immerhin einige Tage bis Wochen, so daß es zweckmäßig ist, die Achate vor dem Färben bereits zumindest grob auf ihre am Ende der Verarbeitung gewollte Form zu bringen, damit durch ein geringeres Volumen die Einfärbzeiten verringert werden können. Vor Beginn des eigentlichen Färbens ist es notwendig, die Achate gründlich zu reinigen. Das betrifft einmal anhaftende Verunreinigungen wie Nebengesteinsreste und Schmutz, aber auch Schleifmittelreste. Wohl noch wichtiger ist es, Petroleum und andere ölige Mittel auch aus den Poren des Achates zu entfernen, die während vorausgegangener Bearbeitungen wie Trennen und Schleifen der Rohsteine in sie eingedrungen sind. Eine entsprechende Reinigung wird erreicht, indem man die Achate vor dem Färben sowohl mit tensidischen Mitteln wäscht, anschließend gut spült und sie danach noch auf ca. 100 - 150° C mehrere Tage erwärmt. Beim Blau- und Grünfärben müssen zuvor auch vorhandene Fe-Oxide oder -Oxidhydrate mit Säuren entfernt werden. Die vermutlich älteste Färbemethode ist die mit Zucker- oder Honiglösung, die wahrscheinlich bereits im Altertum bekannt war. Sie hat NOEGGERATH schon 1847 und 1848 beschrieben. Dabei wird der Achat mehrere Tage oder Wochen in mehr oder weniger verdünnte Zucker- oder Honiglösungen gelegt, anschließend gut abgewaschen und danach ebensolange in konzentrierte Schwefelsäure gebracht. Die Schwefelsäure zersetzt die Kohlenhydrate der in den Achat eingedrungenen Lösungen. Der dabei frei werdende Kohlenstoff ruft in Abhängigkeit von der Menge und Konzentration der eingedrungenen Lösungen unterschiedlich intensive Färbungen hervor. Dieser Vorgang kann durch Kochen in Säure wesentlich beschleunigt werden. Eine Übersicht über verschiedene Färbemethoden gibt die Tabelle unten.

Es sind auch Färbungen mit organischen Farbstoffen (z.B. Anilinfarben) möglich, doch sind diese oftmals nicht so intensiv oder bleichen aus, zuweilen werden die Farben wegen der Größe der Farbmoleküle auch gar nicht gut von dem Achat aufgenommen.

Grundsätzlich ist der Erwerb von gefärbten Achaten eine Frage des Geschmacks, besonders bei sehr grellen, in der Natur beim Achat nicht vorkommenden Farben. In jedem Fall aber sollte beim Kauf eines Stückes sorgfältig geprüft werden, ob es nicht überfärbt oder schlecht gewässert worden ist. Vom Handel wäre ganz besonders zu wünschen, wenn vom Trend billiger und schlecht gefärbter Importe wieder Abstand genommen werden könnte.